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Domenikanerkirche und Johanneskapelle

Früher lag das Gelände auf dem das Kloster errichtet wurde außerhalb der Stadt. Die Mönche vom Orden der „weißen Brüder“ erbauten es in der zweiten Hälfte des 13.Jh eine weitläufige Klosteranlage mit Kreuzgang und gotischer Kirche.
Die hohe, schmale Johanneskapelle ist über den Chor erreichbar und birgt mit die bedeutendsten Fresken Bozens.  Dieselben stammen von italienischen Künstlern der berühmten Kunstschule Giotto di Bondone. Neu ist, dass Personen nicht mehr linear und ikonenhaft dargestellt, sondern unter Einbeziehung von Licht und Schatten und Perspektive als individuelle Persönlichkeiten abgebildet.. Diese Technik wurde von den einheimischen Malern mit Elementen der bisherigen Richtung verbunden und zu einem eigenen Stil entwickelt, der als „Bozner Schule“ bezeichnet wurde. Auch die Domenikaner Kirche wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt. Es blieben nur die Freken der Johanneskapelle erhalten, welche Szenen aus dem Leben Mariens, des Täufers Johannes des Evangelisten und des hl. Nikolaus darstellen.

Das monumentale Bild „der Triumph des Todes“  welches an der Ostwand ist beeindruckt tief. Das Bild zeigt am linken Bildrand die Seelen der Seligen, welche von Engeln zur Himmelpforte begleitet werden. An der rechten Bildseite jagt der schwarze, geflügelte Todesreiter, an Alten und Kranken vorbei, hinter entsetzten und sterbenden Reitern her und treibt sie ins Verderben.

Ebenfalls eine sehr beeindruckende Darstellung ist die Szene vom Martyrium des hl. Bartholomäus welchem die Haut abgezogen wird..

Der gotische freskengeschmückte Kreuzgang ist nur vom Domenikanerplatz aus zugänglich.

Nachfolgend eine Legende welche mit den Fresken der Domenikanerkirche verbunden ist.

Kümmernis, die Jungfrau mit dem Vollbart:
Die Freskenreste um 1375 auf der rechten Seite des Langhauses der Kirche zeigen unter dem hl. Georg als Drachentöter die hl. Kümmernis. Laut Legende wollte um 13 n. Chr. Kümmernis, eine sizilianische Königstochter, den ihr zugedachten Bräutigam auf keinen Fall heiraten. So bat sie Gott um Hilfe. Ihre Gebete wurden erhört, und ihr wuchs ein mächtiger Bart. Daraufhin verließ sie der ungeliebte Freier und der Vater ließ seine Tochter kreuzigen. Kümmernis predigte noch vom Kreuz herab und bekehrte viele Menschen, und auch ihren Vater. Mit einem reich geschmückten Bild wurde sie verehrt.. Als ein armer Geiger vor ihrem Bildnis aufspielte, bedankte sie sich indem sie ihm einen goldenen Schuh zuwarf. Der Geiger wurde des Diebstahls bezichtigt und sollte sterben. Sein letzter Wunsch war, nochmals vor dem Bildnis spielen zu dürfen – und siehe da, das Wunder wiederholte sich.

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