Der Dom zu Maria Himmelfahrt
Der Dom von den Bozner „Pfarrkirche“ genannt ist eins der prächtigsten Bauwerk der Gotik im Alpenraum. Er ist seit 1964 zugleich Bischofskirche der Diözese Bozen-Brixen und wurde 1500 in der heutigen Form fertig gestellt.
Die ersten Spuren einer frühchristlichen Kirche reichen bis ins 5./6. Jh. zurück. Das romanische Löwenportal stammt aus der Zeit um ca. 1200. Ebenfalls in diese Epoche fällt das Radfenster an der Westseite und das „Leitacher Törl“ an der Nordseite. Letzteres erinnert mit seiner Traubenverzierung an das alte Weinverkaufsrecht der Pfarrei.. Nach 1200 wurde im gotischen Stil weitergebaut. Der elegante 65mt hohe Turm mit seinem durchbrochenen Turmhelm aus Sandstein entstammt der Werkstatt des schwäbischen Baumeisters Hans Lutz von Schussenried. Ebenfalls die Sandsteinkanzel im Kircheninneren.
Im zweiten Weltkrieg wurde die Kirche arg beschädigt. Nur der Turm blieb verschont. Die rekonstruierten Stellen aus hellem Sandstein an der Nordwand sowie die von Bombensplittern verursachten Schäden im Mauerwerk zeugen noch davon.
Die reich verzierte Sandsteinkanzel im Kircheninneren zeigt die Reliefs der Kirchenväter mit den Evangelistensymbolen.
Leider sind die Fresken aus dem 14.Jh. zum Großteil im 19.Jh verloren gegangen oder wurden während des Kriegs beschädigt.
In Resten vorhanden sind Kunsttendenzen der verschiedenen Zeitepochen: an der südlichen Innenwand im rechten Schiff das Votivbild mit Conrad Crille und seiner Frau Irmgard als Betende im gotischen Linearstil (ca. 1320) sowie der hl. Wenzel (ca. 1320-25) ebenso die Dorotheen- und Marthalegende (1330) im rechten Schiff zählen zu den ersten bekannten Beispielen der Giotto Schule in Bozen.
Die Fresken des Meisters der Urbanlegende (ca. 1370-75) und des Meisters von St. Valentin in Seis (1385-90) wie etwa der hl. Martin sind Zeugnis der Entwicklung der Malerei in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts, während die Legende der hl. Siebenschläfer von Konrad Erlin (1424) an der westlichen Innenwand bereits als Manifest der „Bozner Schule“ gewertet werden kann. An der nördlichen Außenwand sticht die Darstellung eines Pilgers ins Auge, der von einer herabstürzenden Glocke getroffen wird.
Hinter dem monumentalen barocken Hochaltar, in der Gnadenkapelle, steht eine alte, bemalte Marmorstatue. Der Volksmund nennt sie „ unsere liebe Frau im Moos“. Um diese Statue rankt sich folgende Legende:
Ein Fuhrmann hörte die Aufforderung: „heb mich auf“. Als er nachschaute wer da sprach, fand er im Sumpf (Moos) ein Madonnenbild. Er barg es und baute ihm einen Bildstock. Da immer mehr Gläubige zu dem Bildstock mit dem wundertätigen Bild pilgerten baute man in der Folge eine Kapelle verbunden mit dem Versprechen eine Kirche zu bauen.
An der Nordseite des Chorumgangs beeindruckt eine Pietá aus Gussstein von Hans von Judenburg um ca. 1500. An der Südseite des Chorraums ist das für Tirol so bedeutsame Herz-Jesu-Bild des Malers Carl Hendrici zu sehen.
In der Krypta hinter dem Hauptaltar ist Erzherzog Rainer von Österreich begraben, der 1853 in Bozen gestorben ist.
Domschatz zu Bozen
Der Domschatz von Bozen zählt zu den umfangreichsten barocken Kircheninventaren im Tiroler Raum. Neben kostbaren liturgischen Gewändern und Fahnenbildern renommierter Barockmaler zeichnet er sich vor allem durch erlesene Goldschmiedearbeiten des 18. Jahrhunderts aus.


















